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2018 Austellung

Der Schöne, die Schöne und das Biest

Das sagenumwobene Château du Rivau, ein Märchenschloss der Ritter und Prinzessinnen von einst, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Fantasie seiner kleinen und großen Besucher anzuregen. Dazu empfängt es zu einer kreativen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart.

Jedes Jahr aufs Neue lädt Familie Laigneau moderne Künstler ein, sich vom alten Gemäuer ihres Schlosses inspirieren zu lassen und sich bei der Anfertigung ihrer Kunstwerke in der Welt des Fabelhaften des Château du Rivau zu verlieren. Auf diese Weise entstehen einzigartige Werke, die diesen magischen Ort, seine Märchen und das Fabelhafte verbinden.

Im Jahr 2018 ist die zeitgenössische Kunstausstellung im Innern des Schlosses mit dem Volksmärchen „Die Schöne und das Biest“, das 1757 von Mme Leprince de Beaumont aufgeschrieben wurde, verknüpft. Die französische Autorin wählt in ihrer Erzählung die Themen des Opfers, der Verwandlung und der Liebe und berichtet in ihrer Geschichte von einem Vater, der nicht davor zurückschreckt, im Schloss eines abscheulichen Biestes eine Rose für seine geliebte Tochter zu pflücken. Als Strafe wird seine Tochter vom Biest eingesperrt, doch mit der Zeit entdeckt die junge Frau immer mehr die innere Schönheit hinter der Fassade des Biests und verliebt sich schließlich in seinen Charakter.

Eine dynamische Interaktion zwischen dem Château du Rivau (mit seinen hohen Türmen im Herzen seiner Gärten, die eine umfangreiche Rosensammlung und eine Kunstsammlung ganz im Thema des Fabelhaften beherbergen) und dem zauberhaften Bild, dass das Märchen „Die Schöne und das Biest“ abbildet, entsteht.

Dieses Jahr präsentieren dreißig verschiedene Künstler ihre zeitgenössischen Interpretationen von „Die Schöne, der Schöne und das Biest“ und spiegeln in ihren Werken das beliebte Volksmärchen wider. Im Verständnis der plastischen Künstler von heute hat sich das Schöne, das einst Symbol für Klugheit und die Spitze der Gesellschaft war, zu etwas Ungewöhnlichem und Seltsamem entwickelt. „Die Schönheit, die die Welt retten wird“ (nach den Brüder Karamazov de Fiodor Dostoïevski) fasziniert auch weiterhin die Künstler unserer Epoche. Der oder die Schöne ist somit nicht mehr zwangsläufig das Gegenteil der Bestie, sondern offenbart sich vielmehr im Innern eines Charakters.

Bourgeat au Rivau

2018 Austellung

Jedem Saal ist, wie den Kapiteln eines Buches, eine Thematik der Geschichte gewidmet: die Interaktion zwischen Mensch und Natur; die Frau als unabhängige Heldin, teils Feministin, die nicht zögert, sich zu opfern; die Verwandlung und die Abscheulichkeit. 35 Werke renommierter Künstler gestatten uns einen poetischen und sensiblen Blick auf wahre Schönheit, weit ab vom Schönheitsideal, das uns Medien und Werbung vermitteln.

Elodie Antoine, Pierre Ardouvin, Katia Bourdarel, Catherine Bret-Brownstone, Helene Delprat, Genevieve Favre-Petrof, Jean-François Fourtou, Michel François, Marie Hendriks, Myriam Mechita, Fabien Merelle, Maro Michalakakos, Bruno Pelassy, Javier Perez, Nadia Sabourin, Julien Salaud, Jim Shaw, Vee Speers und SUN Xue interpretieren den Begriff der Schönheit neu.

Das Château du Rivau ist ein privates Denkmal deren Besitzer, die Familie Laigneau, seit dem Jahr 2000 die Öffentlichkeit zu sich einlädt. Patricia Laigneau, Kunstsammlerin seit 35 Jahren, bietet ihren Besuchern neben der Dauerausstellung in den Gärten jährlich eine sorgfältig zusammengestellte Kunstaustellung im Innern des Schlosses. Die gezeigten Werke renommierter Künstler fangen den fantastischen und magischen Charakter des Schlosses und seiner Gärten ein und interpretieren so Geschichte neu.

Bescheidene und aufrichtige Annäherungen, die Geschichte und kulturelle Identität thematisieren und sich einfacher Medien bedienen, gibt Patricia Laigneau in ihrer Ausstellung einen einzigartigen Raum. Dabei liegt es der Schlossherrin am Herzen, vor allem die Arbeit weiblicher Künstler zu ehren. Alle ihre ausgestellten Werke weisen mehrere Verständnisebenen auf, sind jedoch bereits auf den ersten Blick für den Betrachter zugänglich.