Entedeckung
Begrüßung - Kunst

SKULPTURENGÄRTEN

Dauerausstellungen des Rivau

Am Eingang wird der Besucher aufgefordert, eine Honigleckerei aus der Porzellan-Bonbonniere mit dem Titel „A mon seul désir“ („Nur diesem einen Wunsche“) zu nehmen. Das von Cécile Pitois konzipierte Werk wurde für den Verein der Freunde des Château du Rivau im Rahmen des Programms „Neue Auftraggeber“ der Fondation de France geschaffen.. Aber um welchen süßen Wunsch handelt es sich hier? Glaubt man der Legende, muss der Besucher die Leckerei in das Wasser des Brunnens im Geheimen Garten des Château du Rivau werfen und somit das Geheimnis seines innersten Wunsches der Echse anvertrauen, die in den Tiefen des Brunnens haust.

Die Werke im Château du Rivau

Ein wenig weiter auf dem Wasser des großen Waschbeckens treibt das Keramik-Kunstwerk von Fabien Verschaere „Novel for Life“. Der kleine Bär, die Ente oder die schöne Prinzessin tollen dort ausgelassen herum, wie die Märchenhelden aus Kindheitszeiten. All die Wesen und Objekte spiegeln sich im Becken und ihre naive Poesie reiht sich ein in die verzauberte Atmosphäre der Gärten. Die Pfade führen den Besucher sodann zu den „Invendus-Bottes“ (2008) des Künstlers Lilian Bourgeat. Zwei riesige Gummistiefel ragen vor dem Besucher in die Höhe. Er staunt noch mehr bei der Feststellung, dass es sich hier um zwei linke Exemplare handelt. Daher „invendus“, stehen geblieben im Laden der Riesen. Die hyperrealistischen und überdimensionierten Gegenstände Lilian Borgeats eröffnen neue Blickweisen.. Das „Vaisseau du jardin“ („Gartenschiff“) desselben Lilian Bourgeat ist eine riesige Gießkanne, deren Fassungsvermögen sich laut Aufschrift auf 3 Liter beschränkt. Dieser merkwürdige Gegenstand, der wohl magische Verwandlungen erfahren hat, lässt uns die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit überdenken. Der Künstler Philippe Ramette, ein weiterer Zauberer, hat die älteste Eiche des Parks mit einem maßgeschneiderten Piercing (2002) geschmückt. Diese Skulptur fügt sich völlig in das Gesamtbild des Baumes ein und überrascht gleichzeitig. Skulptur und Baum werten sich in einer mysteriösen Symbiose gegenseitig auf.

Bourgeat au Rivau

Zeitgenössische Kunst im Schloss und in den Gärten

Beim Weitergehen entdeckt der Besucher sodann im Halbschatten des Waldes fünf Paar Riesenbeine, die sich zu bewegen scheinen. Das ist „La forêt qui court“ („Der Wald rennt“) von Basserode (1999). Diese beeindruckende Installation könnte man als Sinnbild der Gärten des Rivau sehen: Welche Zukunft hat der Mensch in der Natur? Und wie sieht die Zukunft der Wälder aus, die immer weiter durch Menschenhand verschwinden?. Nach diesen Reisen durch Kinderzeiten und durch Märchenhaftes entdeckt der Spaziergänger im Park des Rivau dann den „Pot rouge“ („Roter Topf“) von Jean-Pierre Raynaud. Dieser banale Topf beeindruckt durch seine Größe und seine Farbe. Und der Besucher fragt sich: Wer hat den dort hingestellt – und was soll da hinein.